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Sarkopenie & Gedächtnis

4. Sept.
1 Min. Lesezeit

Wie Muskeln und Gehirn zusammenhängen




Sarkopenie bezeichnet den fortschreitenden Verlust von Muskelmasse, Muskelkraft und körperlicher Leistungsfähigkeit. Neben den bekannten Auswirkungen auf Mobilität und Selbstständigkeit zeigen wissenschaftliche Untersuchungen auch einen Zusammenhang zwischen Sarkopenie und kognitiven Einschränkungen.


Ein möglicher Erklärungsansatz ist die sogenannte Muskel-Hirn-Achse. Die Skelettmuskulatur fungiert als endokrines Organ und setzt Botenstoffe – sogenannte Myokine – frei, die unter anderem Stoffwechsel- und Entzündungsprozesse beeinflussen. Bei Muskelabbau und körperlicher Inaktivität kann sich dieses Myokinprofil verändern.

Gleichzeitig wird Sarkopenie mit einer erhöhten systemischen Entzündungsaktivität in Verbindung gebracht. Proinflammatorische Zytokine können über verschiedene Signalwege das zentrale Nervensystem beeinflussen und neuroinflammatorische Prozesse begünstigen. Diese wiederum können mit Veränderungen von Gedächtnis, Aufmerksamkeit und anderen kognitiven Funktionen verbunden sein.


Sarkopenie und kognitive Einschränkungen sind daher nicht als einfache Ursache-Wirkungs-Beziehung zu verstehen. Vielmehr deuten aktuelle Erkenntnisse auf komplexe Wechselwirkungen zwischen Muskulatur, Entzündungsprozessen und Gehirnfunktion hin.

Der Erhalt von Muskelmasse und Muskelkraft durch regelmäßige körperliche Aktivität könnte somit nicht nur für die körperliche, sondern auch für die kognitive Gesundheit im Alter von Bedeutung sein.

 
 
 

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